Richard Wagner
Der Komponist Richard Wagner
Wilhelm Richard Wagner (* 22. Mai 1813 in Leipzig; † 13. Februar 1883 in Venedig) war ein deutscher Komponist, Schriftsteller, Regisseur und Dirigent. Mit seinen durchkomponierten Musikdramen gilt er als einer der bedeutendsten und einflussreichsten Komponisten der Romantik. Er war bekannt für das Verfassen dramatischer Opern unter Anwendung einer revolutionären Technik und komponierte bereits im Alter von 19 Jahren seine erste Sinfonie. Als weitgehender Autodidakt wirkte er als Musikdirektor an Theatern in Magdeburg (1834–1836), Königsberg (1836) und Riga (1837–1842). Seine Beteiligung an der Revolution von 1849 zwang Wagner ins Exil in die Schweiz; während dieser Zeit wandelte sich sein Opernstil, und in den frühen 1850er Jahren begann er mit der Komposition weiterer Opern. Gemeinsam mit seiner zweiten Ehefrau, Cosima Liszt, ließ er sich in Bayreuth nieder, wo das Paar die Bayreuther Festspiele entwickelte, die 1876 eröffnet wurden und auch nach ihrem Tod fortbestanden.
Von Richard Wagner ist keine offiziell bestätigte oder urkundlich bezeugte Geburtszeit bekannt.
In historischen Dokumenten und Taufregistern der Thomaskirche in Leipzig ist zwar sein Geburtsdatum (22. Mai 1813) eindeutig festgehalten, eine genaue Uhrzeit wurde jedoch nicht überliefert. In der astrologischen Fachliteratur (wie z. B. in der Astro-Databank von Astrodienst) wird eine angenommene Geburtszeit von 04:00 Uhr morgens aufgeführt, die übrigens zwar auf originelle Weise „gefunden“ wurde aber dennoch nicht gesichert ist und somit eher auf nachträglichen astrologischen Spekulationen oder Schätzungen beruhen dürfte als auf einem zeitgenössischen Dokument.
Ich habe die Geburtszeit mit einer Planetenformel, die ich bereits seit längerer Zeit und ausschließlich bei Personen mit unbekannten Geburtszeiten anwende, ermittelt und darüber hinaus dann noch mit der Trutina-Hermetis-Methode korrigiert, was mich zu der hypothetischen Geburtszeit 14:36:31h/LMT führte. Was beide Vorgänge allerdings hervorbrachten, waren Horoskope, in denen die Venus-Betonungen prägnant waren. Während im Astro.com der Aszendent sich gerade noch im Stier befindet und damit von Venus regiert wird, zeigt mein Wagner-Aszendent eine Position in Waage. Also ein eben-falls venusbetontes Tierkreiszeichen.
Was für die Aszendentenposition sprechen könnte, die ich berechnet habe, möchte ich kurz begründen: Diese Waage-Aszendent passt m. E. nämlich gut zu Richard Wagner, weil sein Leben und Werk radikal von Ästhetik, Harmonie und intensiven Beziehungen geprägt waren. Der Aszendent beschreibt die äußere Persona, das Auftreten und die Art, wie ein Mensch mit der Umwelt interagiert.
Die Waage strebt nach absoluter Harmonie und Schönheit. Wagner hob diesen Drang auf eine völlig neue Ebene. Auf der synthetischen Ebene vereint sein Oeuvre als Gesamtkunstwerk betrachtet alle Kunstformen/Darstellungen im Einzelnen harmonisch. In Sachen Perfektion verschmelzen Musik, Text und Bühnenbilder zu einem großen Ganzen. Die Kunst (hier des Komponierens und die weiteren daraus entwickelten Ausgestaltungen der in Szene gesetzten Opern), bedeutete für ihn die höchste Religion. Das kann in dieser Höhe nur erreicht werden, wenn man, wie Wagner eben, eine starke Weltanschauung des Idealismus (auf Ebene des kardinalen Kreuzes im Horoskop) in sich trägt. In diesem Zusammenhang möchte ich noch zwei weitere Weltanschauungs-Eigenheiten Richard Wag-ners erwähnen. Auf der seelischen Ebene (fixes Kreuz) ist die Weltanschauung des Pneumatismus außergewöhnlich stark repräsentiert, was mich zeigt, wieviel Wucht und Druck Wagner in viele seiner mythologisch-mystisch dargestellten Werke hineingelegt hat. Die selbe Druck unter der er ebenfalls gestanden haben mag. Auch auf der geistigen Ebene, (beweglicher Kreuz) lässt sich im Zeichen Schütze eine vorhandene Dynamik erkennen. Schütze ist weltanschaulich mit dem Dyna-mismus verbunden.
Zurückkommend auf den Venus betonten Aszendenten kommt da noch hinzu, dass er sich oft in einer ausgeprägten Liebe zu weltlichen Genüssen und schöner Ausstattung zeigt. Wagner war berühmt für seine Vorliebe für Seide und Samt. Er komponierte oft nur in stark parfümierten Räumen, und seine Inszenierung, seine äußere Erscheinung war stets elegant und kostspielig.
Was ebenso für einen Waage-Aszendenten sprechen könnte, ist die Tatsache, dass das Zeichen Waage dem siebten Haus der Partnerschaft zugeordnet wird, sodass Wagner sich persönlich besonders über sein Gegenüber definiert haben könnte. Latent war deshalb eine gewisse Abhängigkeit vorhanden. Er brauchte ständig die Bestätigung enger Vertrauter. Frauen wie Cosima Wagner waren essenziell für sein Schaffen. Nicht zuletzt sicherte die symbiotische Beziehung zu seinem Mäzen König Ludwig II. sein (wirtschaftliches) Überleben.
Ein wichtiger Gradmesser für die Einschätzung der hypothetischen Geburtszeit, ist der Mondposition, schließlich bewegt sich der Mond am Tag ca. dreizehn Grad. Der Mond Wagners befindet sich in diesem Geburtshoroskop in Wassermann und in Haus 5. Somit steht er astrologisch für eine tief emotionale, kreative, spielerische und romantische Ausdrucksweise. Bei einer Persönlichkeit wie Richard Wagner – einem Komponisten, der stark aus Gefühl, Drama und innerer Bildkraft schöpfte – würde diese Stellung besonders gut zu seinem schöpferischen Profil passen. Sie beschreibt eine Seele, die sich durch Kunst, Bühne, Dramatik und Inspiration nährt und emotional aufblüht. Der Wassermann-Position ergänzt es durch Genialität, Revolution, Unabhängigkeit und geistige Radikalität. Somit dürfte es nicht überraschend sein, dass diese Kombination eine Persönlichkeit erzeugt, die emotional schöpferisch, aber geistig rebellisch ist – ein Künstler, der nicht nur Gefühle ausdrückt, sondern ganze Kunstformen neu erfindet!
Kurz eingehend auf die Häuserbesetzungen in den Quadranten: Im ersten Quadranten ist das dritte Haus ausgeprägt: Neptun + galaktisches Zentrum im 3. Haus bedeutet eine übermenschliche, visio-näre, fast transzendente Art des Denkens, Kommunizierens und Komponierens. Es ist die Signatur eines Menschen, der nicht nur „denkt“, sondern gleichzeitig durchlässig ist für archetypische, kollek-tive und mythologische Ströme. Das Tor (galakt. Zentrum), zur Akasha-Ebene, stand ihm offen. Neptun und das galaktische Zentrum machen ihn zu einem Medium für archetypische, mythische und spirituelle Inhalte, die er in Musik und Sprache übersetzte. Sein Denken war nicht persönlich – es war kollektiv, visionär und transzendent.
Im zweiten Quadranten ist das 4. Haus ebenfalls besonders ausgeprägt. Saturn, Mars und der Asteroid Saint Michel befinden sich dort und zeigen eine Seele, die durch Herausforderungen im Ursprung gestählt wurde und eine innere Krieger‑, Beschützer‑ oder Wächterenergie trägt. Diese Konstellation beschreibt daher eine Seele, die aus der Tiefe heraus kämpft, heilt und schützt. Wagner dürfte derjenige gewesen sein, der die Ahnenlinie transformierte, wobei die innere Stärke seine größte Macht darstellt. Es zeigt auch die tiefe Verwurzelung mit Traditionen und dessen Hüter er in Form seiner mythologisch geprägten Opern war.
Der dritte Quadrant zeigt eine starke Präsenz des 8. Hauses, was darauf deuten lässt, dass seine schöpferische Kraft, seine erotische Energie, seine künstlerische Vision und seine Macht über kollektive Emotionen aus den tiefsten Schichten des 8. Hauses stammen. Wagner schöpft deshalb aus: Leidenschaft, Obsession, psychischer Tiefe und archetypischen Bildern. Daher ist seine Kunst nicht ‚nett‘ zu nennen, sondern eher transformierend. Diese Konstellation ist für mich daher einer der Hauptgründe, warum Wagner nicht nur Komponist, sondern geradezu, man kann sagen Mythenschöpfer wurde. Auch zum Zeitpunkt seines Todes wird dieses Haus noch sehr prägnant in Erscheinung treten, darauf komme ich am Ende noch zurück.
Der 4. Quadrant wird vom 10. Haus geprägt. Darin befinden sich Poseidon, Jupiter, Mondknoten und der Ich-Punkt: Diese Konstellation zeigt mir einfach eine Persönlichkeit, deren Lebensweg spirituell geführt war, deren innere Wahrheit öffentlich sichtbar wurde und die eine kollektive oder transpersonale Aufgabe trug. Es zeigt mir einen Richard Wagner, der eine spirituelle, kollektive Lebensaufgabe besaß, welches durch Inspiration, Weisheit und Erkenntnis wirkte. Er nahm eine öffentliche oder überpersönliche Rolle ein und besaß eine Identität, die sich aus höheren Ebenen speiste. Ich möchte sogar sagen, dass es sich um die Signatur eines Menschen handelte, der nicht zufällig hier war!
Bezüglich seines Todes am 13. Februar 1883 in Venedig, weiß man, dass er am Nachmittag verstarb. Auch das habe ich versucht, genauer zu ermitteln, indem ich von der Uhrzeit 15:00 Uhr aus-gegangen bin und astromathematisch auf 16:04h/LMT kam. Auffällig positioniert sind hier einige Transitplaneten, weil sie sich über dem 8. Haus Richard Wagners befinden. Pluto aktiviert Wagners 8. Haus (Sonne, Venus, Zeus) direkt, indem seine schöpferische Macht und Transformationskraft einen Abschluss finden sollte und sein Mythos unmittelbar begann. Somit wurde sein Tod Teil seiner öffentlichen Identität. Saturn wirkt wie ein kosmischer Richter, weil durch den Tod sein Lebenswerk vollendet wurde und die öffentliche Mission sozusagen einen Abschluss fand. Wagners Seele trat dadurch aus seinen irdischen Verpflichtungen heraus.
Der Neptun-Transit im 8. Haus zeigt, dass von da an seine Musik „unsterblich“ werden sollte, oder anders gesagt: seine Person löste sich auf, sein Werk blieb, bis heute. Der Mond aktivierte Wagners 8.-Haus‑Sonne. Nicht nur, indem sein Tod das Publikum unmittelbar berührte oder den Tod auch emotional sichtbar machte, sondern auch, weil die emotionale Wirkung seiner Kunst sich dadurch noch verstärken würde, denn der Mythos ‚Richard Wagner‘ ist es, was ab dem Moment „gefühlt“ wird. Es war als ob durch die Transitanwesendheit Chirons nun endgültig die vielen aufgelaufenen mentalen Wunden und Verletzungen abgestreift werden konnten. Die drei Säulen Liebe (Venus), Glaube (Jupiter) und Hoffnung (Neptun), welche in dem Magdalenenpunkt (MP) verankert sind, dürften für Richard Wagner trotz des Übergangs in die geistige Welt durchaus etwas Tröstliches und Linderndes gewesen sein. Er sollte unter dieser Planetenansammlung seine physische Reise beenden, um zugleich eine neue geistige Reise anzutreten. Aus meinem astrologischen Blickwinkel war Wagners Tod der Moment, in dem er vom Menschen zur kulturell archetypischen Figur, zum Symbol für schöpferische Größe, künstlerische Obsession und mythologische Vision wurde.
Nicht zuletzt möchte ich den Aszendenten der fiktiven Todeszeit erwähnen, befindet er sich doch nahezu mit Wagners Geburts-Mondknoten in Konjunktion! Das ist für mich der Hinweis auf ein Schicksals‑ oder Vollendungsmoment schlechthin und stellt die symbolische Vereinigung von Anfang und Ende dar. Es gibt sie in Sachen astrologische Methodik also doch, ‚Zufälle‘ oder das, was einem zufällt.
Das widerspiegelt sich auf okkulte Weise in der Oper Parsifal, Obwohl es seinen Tod selbstverständlich nicht „vorhersagt“, zeigt diese Oper in Titurels Tod (des ersten Gralskönigs) gleich die Erschöpfung eines alten Meisters. Amfortas’ (König des Grals) Wunde lässt eine gewisse Verbindung zu Wagners inneren Konflikten herstellen und Parsifals Erlösung nicht zuletzt als Wagners Sehnsucht nach Frieden darstellen. So starb der Komponist Richard Wagner, etwa ein halbes Jahr später, nachdem er sein „Erlösungswerk Parsifal“ komponiert, vollendet und selbst noch zur Uraufführung gebracht hatte (26. Juli 1883).


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