Rudolf Steiners Erfahrungsbild der Freiheit

Das Erfahrungsbild
der Freiheit und der Philosophie
in Rudolf Steiners Kosmogramm

Nachdem wir vor wenigen Tagen den 150. Geburtstag der Anthroposophin Ita Wegman gedenken durften, ist am 27. Februar der Begründer der Anthroposophie, Rudolf Steiner an der Reihe mit 165 Jahren.

Nein, ich möchte das Thema, ob Rudolf Steiner nun am 25. oder 27. Februar geboren wurde nicht wieder aufwärmen. Dass überlasse ich andere, denn meine kosmologischen Studien zeigen mir dort eindeutig das oben erwähnte Datum. Wenn wir stattdessen, nur mal auf Steiners Wirken zurückblicken, gibt es Aktuell, in rührigen Zeiten wie diesen, in dem wir gerade leben, doch wohl wichtigeres, als über ein Geburtsdatum zu debattieren? Wie wäre es zum Beispiel mal „astrosophisch" über Freiheit zu philosophieren?

 Es dürfte allen deutlich sein, dass Freiheit ein kostbares Gut ist, was gehegt und gepflegt werden will. Aber was ist, wenn Freiheit nicht länger mehr nur aus dem Drang sich fortzubewegen, verreisen zu können, wohin auch immer besteht? Stattdessen aber zunehmende schleichende Einschränkungen um sich greifen, indem geäußerten Gedanken und Meinungen sofort auf die Waage geworfen und in eine bestimmte Schublade gesteckt werden. Ich will das weiter nicht Werten. Dass man eben nicht mehr frei seine Meinung äußern darf, ohne dafür auf irgendeiner Weise heftiger Gegenwind zu bekommen, ist ja noch akzeptabel, Debatten müssen möglich sein. …, wenn man aber den Mund verboten bekommt oder dermaßen gemaßregelt wird, wie man dieses oder jenes sagen, bzw. wohl zu schreiben hat, aber bestimmte Sätze gefälligst weglassen soll? Nun ja, … es gibt mehrere, auch heftigere Beispiele selbstverständlich, zum Beispiel, wenn man deswegen im Gefängnis landet oder noch schlimmer, sogar getötet wird? Es gibt Länder wo dieser „Praxis“ schon längst gang und gäbe ist.

 Nun zurück zu unserem „Geburtstagskind“. Vor ein paar Jahren, vernahm ich, dass Rudolf Steiners „Philosophie der Freiheit“ zum absoluten Bestseller der Gesamtausgaben-Reihe avanciert war! Das bedeutet für mich, dass „Freiheit“ eben einen unermesslich hohen Stellenwert bei den Menschen besitzen muss. Es schloss sich aber gleichzeitig die Frage an, warum Rudolf Steiner ausgerechnet das Thema „Freiheit“ so wichtig war.

Um das als Sternen-interessierter Mensch zu versuchen herauszufinden und ich mich bereits über Jahre mehr oder weniger intensiv mit Steiners Geburtskosmogramm auseinanderge-setzt hatte, wurde ich relativ schnell fündig. Darin ist nämlich ein durch-gehender Spannungsaspekt sichtbar, welches ich seitdem als Rudolf Steiners persönliche „Erfahrungsbild der Freiheit und der Philosophie“ bezeichne.
Es handelt sich um die Spannungs-aspekte die Sonne, Uranus und Saturn untereinander bildeten. Uranus bildet sowohl zu der Sonne als auch zum Saturn ein 90° Aspekt, wobei Sonne und Saturn in Opposition (180°) stehen.

So kann man also im übertragenen Sinne sagen, dass Philosophie und Freiheit bereits fest in der Veranlagung Rudolf Steiners verankert lagen. Aus astrologischer Sicht, war es nur die Frage, wann die betreffenden Planeten aktiviert und sich bei Rudolf Steiner damit die zwei wesentlichen Merkmale nach außen manifestieren würden.

Das ist der Grund, die „Astrosophie“ in Sachen „Philosophie der Freiheit“ mal zu thematisieren und hier ein kleiner Auszug aus meine 2017 erstellte und mittlerweile überarbeitete Broschüre „Die Philosophie Freiheit – oder die Atmungskräfte des Uranus“ – 2019, wiederzugeben.

Uranus - Der Planet der Freiheit
 Uranus befindet sich in Steiners Kosmogramm im Tierkreiszeichen Zwillinge auf 08°04’22 und im 7. Haus positioniert: Das Tierkreiszeichen Zwillinge gehört zum Element Luft, und ihr Herrscher ist Merkur: Typische Merkmale sind in diesem Zusammenhang: beweglich in allem, in Wünschen, Ideen, Gefühlen, geschmeidiger Geist und Charakter, lebhafte Impulse, Eindrucksfähigkeit, Reizempfindlichkeit, generöser Ehrgeiz, Intuition, Erfindungsgabe, Tüfte-lei, Intrige, Zwiste, Esprit, leichte Erregbarkeit, oberflächliche Wirkung, Geschicklichkeit, liberaler Geist. Das Prinzip des Tierkreiszeichens Zwillinge ist: die Intellektuelle Vermittlung, die geistige Gewandtheit. Aber nicht nur. Bedingt durch die Position im 7. Haus ist es ebenfalls eine Sache des Austausches auf kommunikative Ebene, die Auseinandersetzung zwischen dem ICH Steiners und dem DU, die anderen.

 Mit Uranus besteht traditionell eine analogische Verbindung mit dem Okkultismus. (nicht zu verwechseln mit dem Mond als Planetenstimmung, die von Steiner ebenfalls dem Okkultismus zugeordnet wird). So ist es, bedingt durch die Uranus-Zwilling-Position im Kosmogramm, nicht überraschend, dass Steiner, gemäß weitere Uranus-typischer Eigenschaften einen Drang entwickelte, die ihm möglichst von Zwängen befreien und ihm ein freier, unabhängiger Geist schenken würden.

Uranus/r zeigt zwei Aspekt-Verbindungen: zu Saturn/r in Jungfrau und zu Sonne in Fische.

Saturn in Jungfrau: Diese Konstellation tendiert zu Schwierigkeiten, Hindernisse und der Widerstreit konservativer und radikaler Meinungen im öffentlichen Wirken, wobei Saturn gleichzeitig im 10. Haus positioniert war: Die dadurch geprägten, selbst auferlegten Regeln und moralischen Grenzen liegen hier in der Entdeckung der eigenen Rechte und der Eigenverantwortung und ebenso in der Verknüpfung mit der Öffentlichkeit und dem Berufsleben.

 Nicht nur die Gesetze des Lebens werden in die Öffentlichkeit getragen, sondern das Recht auf Entdeckung der eigenen Rechte ebenfalls. Das Quadrat bedeutet außerdem, dass der Betreffende in einer Zeit geboren wurde, als die Menschen gegen alte Traditionen, alte Begriffe von Autorität und Verhaltensnormen rebellierten, da sie etwas Neues schaffen wollten. Diese Menschen stellten die Autorität infrage, da dies die Strömung in der Nation zur Zeit ihrer Geburt war. Unter diesem astrologischen Aspekt könnte es Rudolf Steiner wichtig gewesen sein sich vom Einfluss des Vaters zu befreien und sich von den Traditionen in seiner Familie zu distanzieren. Die angeführten Analogien des Uranus in Verbindung zu Sonne/r in Fische – Haus 4 ergeben u. a. folgende Interpretation: Plötzliche kritische Schicksalswendungen, Trennungen und „exzentrisches“ Verhalten in der eigenen Umgebung.

 Andere Merkmale, die mit diesen Konstellationen in Verbindung stehen können sind: Nervosität, ungewöhnliche Zustände, seelische Spannungen, Auflehnung gegen Freiheitsbeschränkungen und Autorität. Um so mehr aber die Präsenz eines großen Freiheitsdranges.

„Zur Freiheit kommen die Menschen nur,
wenn sie in der Seele frei werden wollen“

Rudolf Steiner, Geschichtliche Symptomatologie-GA 185


Nicht zuletzt, hat das alles auch mit Steiners tief in seinen inneren verborgen liegenden Ur-Charakter zu tun, die ich mit der AUM-Methodik als „Ur-Charakter der Intuition“ entschlüsselt habe und hier verkürzt wiedergeben möchte. Es braucht halt auch Intuition um Freiheit mit Feingespür zu erfassen und vor allem zu leben.

Das Urbild der Intuition
 „Bei Urbild I waltet die stärkste Hinwendung des Menschen zu den Wesen und Kräften des kosmischen Umkreises. Dies ist, in verwandelter Form gegenüber vergangenen Kulturepochen, auch wiederum Aufgabe der heutigen Zeit, die Entwicklung der Menschen in Zusammenschau mit der Evolution des Weltganzen zu erfassen. Denn der Frühlingspunkt in den Fischen gehört zu Urbild I (Makro-Anthropos), und dies wirkt sich in den Impulsen der Gesamtmenschheit aus. In Abwegen kann es sich heute auch in der nur physischen Durchdringung oder Eroberung des Weltraumes manifestieren. Die Kräfte von Urbild I sind im Einzelmenschen mehr dem Eintauchen in die Gesetzmäßigkeiten und Prozesse der Ganzheit, auch dem Erfassen der Welt im Denken verwandt. – Im positiven Aspekt kann dies zur objektiven Erkenntnis des Kosmos und seiner Gesetzte führen, zur Selbstlosigkeit, auch in der Forschung, und sich zur Intuition steigern. – In negativen Aspekten kann sich die Tendenz zur Abstraktion ausbilden, auch zur Nichtbeachtung des Individuellen im Menschen. – Denn die kosmischen Kräfte geben dem Menschen die Möglichkeit zur Anwendung bis in kontrastreiche Extreme. Ausprägungstendenz: Labil“.

(Quelle: Kosmische Aspekte von Geburt und Tod/Guenther Wachsmuth
Philosophisch-Anthroposophischer Verlag am Goetheanum-1956)

So kann man anhand der Fülle an existierende Analogien, welches die geistigen Kräfte der Planeten uns bereitstellen, nachvollziehen, wie sehr Rudolf Steiner mit beiden Themen verbunden gewesen sein muss.

Ich möchte es so formulieren:

Die Spannungs-Konstellationen zwischen
Uranus – Sonne – Saturn,
waren Rudolf Steiners persönliches Erfahrungsbild.
Seine Antwort darauf äußerte sich in

„Die Philosophie der Freiheit“.



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