Die weltweite Michael-Meditation und wozu es astrologisch aufruft

Eine etwas andere astrologische Tagesbetrachtung:
Michaeli 2026, 29. September 2026
Das Fest des Erzengels Michael wird primär am 29. September gefeiert, weil dieses Datum auf den Weihetag einer bedeutenden Michaelskirche bei Rom im 5. bzw. 6. Jahrhundert zurückgeht (durch Papst Gelasius).
In einigen meiner Schriften, wie zum Beispiel im Buch „Eine kosmologische Studie zum Erzengel Michael und den Widersachern Ahriman und Luzifer“ (Eigenverlag Stella-Anthroposophica/2021), konnte ich bereits einige Zusammenhänge bezüglich des Erzengels erörtern. Zum Beispiel anhand des Asteroiden Saint Michelle, der dort den Erzengel als astrologisches Symbol vertritt. Ich habe u. a. auch darüber berichtet, dass aus bestimmten Gründen eine Aspektfigur (den Drachen) am Himmelsfirmament als eine Botschaft Michaels betrachtet werden kann.
Für den diesjährigen Michaelitag, erlaubte es der Kosmos erneut, eine derartige Figur ausfindig zu machen, und daher möchte ich euch diese Drachenfigur, in der Bedeutung als Botschaft Michaels nicht vorenthalten und im Mittelpunkt dieser Ausführung stellen:
Als Deutungsfaktor durften die Planeten einen mir selbstauferlegten Orb von 5° nach beiden Seiten nicht überschreiten. Es werden, wenn man sich das Horoskop genau betrachtet, sogar zwei Drachenfiguren sichtbar. Bei den einen geht es in der Hauptsache darum, dass die Menschheit offenbar an der Schwelle zu mächtigen Wandlungen und Veränderungen steht (Vulkan Opposition Pluto) und nach beiden Seiten hin, unterstützt wird durch die Sonne. An der einen Seite mit Uranus/Admetos (aufregende Ereignisse).
Worüber ich in diesem Gesamtkontext aber berichten möchte, ist der andere im Horoskop versteckte Drache. Dieser wird gebildet durch Neptun (02°54′ Widder) an ihrer Spitze und das nach beiden Seiten hin vorhandene Sextil. An der einen Seite zum Uranus (05°33′ Zwilling), außerdem in Konjunktion mit Admetos, 06°00′) und an der anderen Seite mit Pluto (03°08′ Wassermann). Neptun bildet mit der Sonne (06°55 Waage) eine Opposition. Daher bildet die Sonne wiederum zu den beiden „Flügelplaneten“ Uranus (mit Admetos) und zum Pluto günstige Trigon-Aspekte. Man spricht in astrologischen Kreisen von einem sogenannten „Talentdreieck“. Nimmt man die am weitesten voneinander stehenden Planetenpositionen (Sonne zu Neptun), beträgt der Unterschied 04°10′, also liegen die Aspekte im erlaubten Orb und ist diese Figur als solche berechtigt.
Da ich diesen Michaelitag anlässlich eines weltumspannenden Aufrufes zu einer Michaelimeditation erstellt habe, war selbstverständlich die Uhrzeit von Bedeutung. Diese Uhrzeit, 14:00 Uhr, bestimmt schlussendlich darüber, wo sich der Aszendent befinden wird.
Um damit anzufangen, wird der Aszendent sich um die Zeit auf 19°01 in Schütze befinden. Damit könnte sich genau darin die Botschaft Michaels befinden, um welches Thema es dabei gehen wird, was er uns mitteilen möchte. Dafür habe ich die sabische Symbolsprache zu Rate gezogen und dürfte feststellen, dass es dabei wohl um Folgendes geht: „Pelikane, bedroht durch Müll und das Verhalten der Menschen, suchen einen sicheren Ort, um ihre Jungen aufzuziehen“ oder, nicht so kryptisch formuliert, „Der Schutz, den die Gesellschaft, noch nicht reifen Angehörigen gewährt, wenn sie anfangen, sich mit den mächtigen Energien ihres Unterbewusstseins zu beschäftigen“.
Näher erläutert geht es dann weiter, aber um das hier etwas abzukürzen, will uns diese Symbolik letztendlich sagen, dass es zu unserer Erkenntnis der Bedeutsamkeit des Beschützens führen soll, spricht aber auch die negative Möglichkeit an, dass zu viel Beschützen ungesund werden kann und seinen Zweck verfehlt“ (Quelle: Astrologischer Tierkreis und Bewusstsein – Dane Rudhyar/1992, S. 200, 201). Ein bemerkenswerter Symbolik.
Als Tagesqualität wirkt diese Konstellation wie ein geistiger Spannungsbogen, der sich im Laufe des Tages erst auflädt, dann klärt, und schließlich erlöst. Daher könnte sich dieser Tag, der Glaube (Neptun), in gewisser Weise in seiner Zielrichtung etwas orientierungslos verhalten. Da kann die Opposition zur Sonne im Grunde dazu beitragen, trotzdem die Möglichkeit zu erhalten, abzuwägen, in welcher Richtung es gehen soll, wobei es zwei Richtungen gibt, die eingeschlagen werden können: entweder in Richtung Uranus, was geistige Einsicht, sowie innere Wandlung verschaffen kann, oder anderseits zu Pluto, der zu Frieden und Klarheit führen kann. Unter diesem Aspekt ist es unerheblich, zu welcher Seite man tendieren wird. Sie können beide voranbringen. Es ist ein Tag, an dem man durch Spannung hindurch zu einer höheren Harmonie gelangen kann. Neptun im Widder als Tagesimpuls wirkt als morgendlicher Funke und kann den Impuls liefern, der etwas fühlen, ahnen, glauben und/oder erhoffen lässt. Das geschieht allerdings nicht auf eine ruhige Art, sondern, eher drängend, feurig und aktiv. Michael lässt auf diese Weise etwas mitteilen, was sich wie ein innerer Ruf vollzieht. „Handle! Kläre und durchdringe!“ Es ist qualitativ kein Tag, an dem man nicht einfach (an irgendetwas )„nur glauben darf“, sondern auch ein Tag, an dem der ureigenste Glaube und die ureigenste Überzeugung in Bewegung kommen können.
Dieses michaelische Zeichen am Himmel, will uns wissen lassen, dass die Opposition zur Sonne in Waage zwar eine Art Tagesprüfung darstellt, aber ebenfalls zeigt, dass das Licht, welches von der Sonne herniederstrahlt, Harmonie, Gerechtigkeit und Frieden verkörpert. Somit bedeutet die Opposition zum Neptun, dass man von dem, was man glaubt, aufgefordert wird, die Seele ihren Ausgleich suchen zu lassen, und dass der Impuls dazu drängt, das Herz zu ordnen. Als Tagesqualität heißt das nichts weniger, als dass man Spannung spürt zwischen dem, was man fühlt, und dem, was man tun sollte. Neptun erhält zwei helfende Kräfte, die den Tag nicht kippen, sondern heben lassen können. Damit haben wir es einerseits mit Uranus, dem plötzlichen Lichtstrahl, zu tun: Neptun Sextil Uranus kann zu nicht vorhersehbaren Eingebungen führen, wie z. B. einer Erkenntnis, einem „Aha-Erlebnis“ oder einer geistigen Klarheit. Der Geist könnte wie ein plötzlicher Lichtstrahl wirken, der die Spannung durchleuchtet. Andererseits wäre durch Pluto eine stille, aber machtvolle Wandlung möglich. Durch ein Neptun-Sextil zu Pluto ist der Mensch nicht nur in der Lage, eine innere Reinigung oder eine tiefe Einsicht zu erhalten, sondern es kann ebenso zum Ablegen einer lang mitgetragenen Illusion führen und so das Herz entlasten.
Die Sonne bildet zwei Trigone, sozusagen als Tageserlösung, auch hier wieder durch Aspektbildungen mit Uranus und Pluto, und wird dadurch geradezu erhoben. Während das Trigon Sonne – Uranus Klarheit, Inspiration, Freiheit und geistige Frische schenken kann, bringt das Trigon Sonne – Pluto: Tiefe, Wahrheit, innere Stärke und Erlösungskraft zum Ausdruck.. Somit dürfte die Botschaft in dieser Hinsicht klar sein: Die Spannung des Tages kann sich durch Einsicht und Wandlung in Frieden und Klarheit auflösen. Indem man dem Michael-Aufruf folgt, trägt man zumindest dazu bei, dass dieser Wandel auch stattfinden kann.
Deshalb besitzt der diesjährige Michaelitag einen Impuls, ein Drängen, ja, einen inneren Ruf, dass der Glaube handeln soll. Dass es um einen Spannungstag geht, der zwischen Gefühl und Harmonie hin und her pendelt und man innerlich ringt, jedoch durchaus die Möglichkeit besitzt, dass ein Lichtblitz (Uranus) Klarheit bringen kann, der womöglich zu einer inneren Wandlung (Pluto) führt. Pluto ist an diesem Tag in der Position, dass es beruhigen kann und am Ende den (inneren) Frieden (zurück‑)bringt, nach dem wir im Grunde in diesen wirren Zeiten doch alle verlangen.
„So kann der Tag im Feuer des Glaubens beginnen,
wird durch Spannung geprüft, und kann im Licht der Erlösung enden.“
Sankt Michael selbst (10°58‘ Waage) hält sich nahe der Sonne (Christussonne) in Waage, Haus 9 auf, was Ausstrahlung, mutige Identität, Schutz durch Persönlichkeit und Wahrheit im Auftreten gleichkommt. Seine mundane Absicht an diesem Tag dürfte eine deutliche an die Menschheit gerichtete Botschaft sein, indem er dazu aufruft, dass jeder Mensch diplomatisch, aber kompromiss-los nach Gerechtigkeit sucht und Harmonie in Beziehungen herbeiführt. Nicht um sonst ist es für diese Position prädestiniert, da ihr folgende sabische Bedeutung zukommt: „Nach der Überwindung einiger Stromschnellen erreicht ein Kanu ruhige Wasser“. Das möchte uns mitteilen, dass „Selbstkontrolle und Gleichgewicht, notwendig sind, um einen stabilen Zustand innerer Festigkeit zu erreichen“. Man kann es „Erleichterung“ nennen.
Das Halten der Waagschale – eines der symbolischen Merkmale Sankt Michaels – zwischen den Extremen stellt sich so dar, dass die Menschheit die Mitte zwischen Illusion (Luzifer) und Erstarrung (Ahriman) finden möge. Es zeigt das Ringen um einen unmittelbaren Willen zur spirituellen Selbsterziehung; das Ich soll mutig als Streiter für das Licht auftreten. Außerdem ruft er eindringlich dazu auf, neue, radikal ehrliche Friedensverträge zu schließen und dass der Ausgleich globaler Machtverhältnisse durch kompromisslose Justiz vollzogen werden kann.
Nicht zuletzt möchte ich die Aufmerksamkeit abschließend noch auf die Verbindung Uranus/Admetos zu Apollon lenken, der die Drachenfigur komplett macht. Betrachte es als die „Kordel“, mit der der Drachen verbunden ist und uns auf diese Weise nicht entfliehen kann („Wer Augen hat, um zu sehen, der sehe“). Es zeigt eine Verbindung zwischen Uranus (mit Admetos) zu Apollon in Skorpion, Haus 10. Diese Verbindung wird astrologisch Quincunx genannt. Es wird als eine Notwendigkeit, etwas neu zu justieren oder umzustrukturieren, gedeutet und kann deshalb als ein Aspekt der Feinjustierung, oft mit karmischem oder gesundheitlichem Bezug, betrachtet werden.
Es geht hierbei unmissverständlich um einen Menschen, der tiefste Komplexität mit blitzschneller Erkenntnis verbindet – und daraus beruflich/öffentlich wirksame, transformative Lösungen schafft, der Mensch, der mit dem Schwert (der Gerechtigkeit) Michaels denkt und mit dem Licht Apollons wirkt.
Nutzen wir diese Botschaft Michaels.
Ein gutes Gelingen und einen schönen Michaelitag sei euch gewünscht!
Hendrik J. W. Woorts, D-Kleinmachnow 26. September 2026


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